Warum ist das Bewerbererlebnis so wichtig?

Von Kati Stenius
10.08.2018

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Wir alle wissen, wie leicht man sich über schlecht funktionierende Webshops oder Webservices ärgert. Schnell wechselt man zu einer anderen Seite. Marketer und Webdesigner sind sich bestens dessen bewusst, was zufriedene Kunden ausmacht. Recruiter sollten genau dieses Web-Marketing Know-How nutzen, um potenzielle Bewerber anzuziehen.

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Kundenzufriedenheit und ein positives Bewerbungserlebnis sind bedeutende Aspekte und haben sehr viel gemeinsam.

Die meisten von uns sind mit dem Konzept Customer Experience (Kundenzufriedenheit) vertraut. Wir verstehen intuitiv, worüber diskutiert wird, da wir alle Konsumenten sind, heutzutage oftmals online: wir kaufen und nutzen Services via Websites und Webshops, und interagieren mit einer Person oder einem Chatbot.

Wir fühlen uns hingezogen zu E-Commerce-Websites, die an unseren Geschmack angepasst sind und wir bevorzugen es, von Unternehmen zu kaufen, deren Werte unsere eigenen reflektieren. Das gesamte Web steht uns offen und wir können beliebig wählen, wo wir kaufen möchten. Eine schlechte Kundenerfahrung mindert klarerweise die Wahrscheinlichkeit eines neuerlichen Einkaufs in einem bestimmten Webshop. Genau auf eine solche Weise sollten wir ebenfalls unsere Interaktion mit potenziellen Bewerbern betrachten. Recruiter sollten genau dieses Web-Marketing Know-How nutzen, um potenzielle Bewerber anzuziehen.

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Als Arbeitgeber sollte man sich die Frage stellen: was bewegt Bewerber dazu, dabei zu bleiben und sich weiter zu engagieren?

Das Bewerbererlebnis kann in mehrere Phasen eingeteilt werden.

Phase 1: Der Ersteindruck, den ein potenzieller Bewerber von der Website erhält, auf der er/sie landet.

Wir leben in einem Zeitalter der Ungeduld. Information soll leicht und intuitiv zu finden sein. Zeigen Sie deutlich, was Ihre Employer Value Proposition ist und was Ihr Unternehmen als Arbeitgeber zu bieten hat.

Gleichzeitig sollten die Werte Ihres Unternehmens klar und visuell auf Ihrer Werbsite aufgezeigt werden, seien diese traditionell, modern, avant-garde, ultra-effizient, warmherzig und human oder zielorientiert. Wie bei allen anderen Inhalten Ihrer Onlinepräsenz sollten sie in jedem Fall über das Design vermittelt werden.

Phase 2: Anfertigen einer Stellenausschreibung, die Interesse weckt.

Worauf sollten Recruiter bein Verfassen einer Stellenausschreibung achten? Seien Sie ehrlich und authentisch, und halten Sie interne und externe Kommunikation im Einklang. Es bringt sich nichts, Scheineindrücke zu erwecken. Man kann nicht alles für jeden sein. Wenn einem Bewerber das, wofür Sie als Arbeitgeber stehen, nicht gefällt, macht es auch keinen Sinn, diesen einzustellen. Sollten es Ihnen trotz ausgiebiger Suche nicht möglich sein, passende Kandidaten zu finden, sollten Sie vielleicht einen langen, kritischen Blick auf Ihre Employer Value Proposition werfen.

Und: vergessen Sie nicht, Ihre Bewerber wissen zu lassen, wer ihre Kontaktperson im Unternehmen ist.

Phase 3: machen Sie den Prozess leicht.

Als Käufer lassen wir uns leicht von umständlichen Prozessen abschrecken. Wenn wir vor einem Kauf ein E-Mail schreiben oder ein langes Formular mit irrelevanten Informationen ausfüllen müssten, um zu erklären, was wir denn genau kaufen möchten, so würden wir uns schnell für einen anderen Shop entscheiden.

Halten Sie den Bewerbungsprozess einfach und stellen Sie sicher, dass Ihre Karriere- und Bewerbungswebsites korrekt auf mobilen Geräten angezeigt werden und schnell laden. Denn: ein Großteil der Bewerbungen werden heutzutage von mobilen Geräten aus versandt – Tendenz steigend.

Der Bewerbungsprozess sollte reibungslos und einfach verlaufen – auf jedem Gerät.

Zu guter Letzt: Pflegen Sie die Beziehung

Nun haben Sie eine Verbindung mit dem Bewerber hergestellt. Wie jede andere Beziehung benötigt auch diese Pflege! Lassen Sie den Kandidaten wissen, dass Sie die Bewerbung erhalten haben und wann Sie sich wieder bei ihm/ihr melden werden. Das ist eine einfache Frage der Höflichkeit und das mindeste, was erwartet werden kann.

Die Pflege dieser Beziehung mit dem Kandidaten ist äußerst wichtig, ganz gleich in welcher Phase des Bewerbungsprozesses. Und besonders wichtig: Vergessen Sie jene Kandidaten nicht, die nicht im Prozess weitergekommen sind. Senden Sie diesen innerhalb eines angemessenen Zeitraums eine angebrachte, ehrliche und freundliche Nachricht, in der Sie ihnen für Ihre Bewerbung und Zeit danken.

Zum Glück macht heutzutage moderne Recruitment-Software persönliche Kommunikation so einfach und effektiv.

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70 % der Stellensuchenden teilen ihr Bewerbungserlebnis – Bewerber sind Ihre Brand Builder auf dem Arbeitsmarkt.

Eine fantastisches Bewerbererlebnis ist auch dann besonders wichtig, wenn Sie Ihre Marke weiterentwickeln möchten, nicht nur als Arbeitgeber, sondern als gesamtes Unternehmen.

Deshalb ist das Bewerbererlebnis von so großer Bedeutung.

Autor

Kati Stenius

Kati Stenius ist ein HR-Consultant und seit 2016 Country Manager für Finnland bei Teamtailor. Sie ist stolzes Mitglied eines modernen HR-Teams, welches Employer Branding auf ein neues Niveau bringt. Kati ist spezialisiert auf Recruitment Support und Außenvermittlungen.

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